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Cajêm
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« on: March 25, 2009, 04:28:57 PM » |
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Die Greisin folgte dem Blick des Mädchens und strenge setzte sich in ihr Gesicht. Einige Minuten schwieg sie, Cajêm hielt den Blick gesenkt und ihr Körper nahm eine angespannte Haltung ein. "Du hast sie nicht gesammelt..." unüberhörbar schwang Enttäuschung in der Stimme der Alten mit. "Doch, ich... Ich habe sie gesammelt!" Das Mädchen hob den Kopf und ballte ihre Hände leicht zu Fäusten an ihren Seiten. "Und... wo sind sie?" Sie legte die Phiolen auf dem Tisch in der Nähe ab, während sie auf eine Antwort wartete. "Ich muß... die Tasche in Sturmwind vergessen haben..." Kaum hatte Cajêm das ausgesprochen presste sie ihre Lippen fest aufeinander und hielt die Luft an. Ihre Augen weiteten sich und starrten die Omi an, in der Hoffnung das sie es nicht gehört hatte. "In... Sturmwind..." leise und fast monoton lagen die Worte in der Luft. Sie wendete sich ihr wieder zu, die Augen verengt und den Kopf leicht schräg gelegt. "Und was hattest du dort zu suchen?" Die Lippen weiterhin fest aufeinander gedrückt glitten ihre Blicke unruhig, scheinbar nach einer passenden Antwort suchend, im Raum umher. Einige Minuten herrschte angespannte Stille. Die Augen der beiden trafen sich und die Stimme der älteren klang noch immer leise und durch ihren heiseren Ton ein wenig bedrohlich, als sie wieder sprach. "Was hattest du dort zu suchen, Mädchen? Du weißt, das ich dir verboten habe dich so weit von der Eisenschmiede zu entfernen. Und schon gar nicht sollst du in Sturmwind herum lungern!" "Wieso sollte ich dort nicht hin!? Mir gefällt es dort!" platzte es aus Cajêm heraus, lauter als sie es beabsichtigte. "Weil... es genug andere Dinge gibt, für die du bei mir bist. Und selbst die bringst du nicht mal zu Ende. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, warum du es nicht tust..." "Ich bin nicht deine Dienerin! Wieso sollte ich die vielen Aufgaben erfüllen, die du mir täglich gibst!?" Ihre Stimme war trotzig und wurde immer lauter. "Werd nicht frech!" Trotz der sichtlich verärgerten Miene behielt die ältere Frau ihre Stimme unter Kontrolle. "Hätte ich dich nicht bei mir aufgenommen würdest du schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilen. Ein wenig Dankbarkeit könntest du mir ruhig entgegen bringen. Weißt du, wie schwer es ist für uns beide zu sorgen? Meine Gifte und Tränke verkaufen sich der Tage nicht gut. Und deine Hilfe... Ist ja wahrlich nicht die Beste!" "Dann kannst du von nun an ganz auf sie verzichten! Ich will nämlich nichts mehr für dich erledigen! Ich hasse diese Stadt und außerdem kann ich allein für mich sorgen!" Cajêm musste sie bemühen nicht zu schreien. Sie hatte die Augenbrauen eng zusammen gezogen und funkelte ihr Gegenüber an. Die Greisin trat einen Schritt auf sie zu. Ihre Hand holte flinker aus, als man es von ihrem Alter vermutet hätte, und traf die linke Wange des Mädchens. Dessen Kopf wurde durch den Schlag und unter Nachgeben der Hand leicht zur Seite gedreht. Sie kniff die Augen zusammen und verzog das Gesicht halb vor Wut, halb vor Schmerz. "Marsch, ins Bett mit dir! Eine Abendmahlzeit gibt es für dich heute nicht und in den nächsten Tagen wirst du diese Räume auch nicht verlassen!" Die Alte packte Cajêm grob am Oberarm und zerrte an ihr. Das Mädchen jedoch rührte sich nicht. Stattdessen blieb sie einen Moment steif stehen, riss dann ihren Arm los, während sie der Omi mit beiden Händen einen Schubs gegen die Brust gab. "Ich werde nicht in dieser muffigen Höhle bleiben! Und du hast mir gar nichts mehr zu sagen!" schrie sie, während die Greisin nach hinten stolperte. Cajêm drehte sich blitzartig um, sie hörte nur noch einen lauten Rums, was bedeutete, das der Körper der älteren gegen etwas gestoßen oder zu Boden gefallen sein mußte. Das Mädchen schenkte ihr jedoch keinen Blick mehr und stürmte hinaus in die von Laternen- und Feuerschein beleuchteten Gewölbe der Zwergenstadt.
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